Presse Artikel 2010

Ein Tanz mit Johnny

Quelle: RP Online vom 30.08.2010


VON CHRISTIANE BOURS - zuletzt aktualisiert: 30.08.2010

Ratingen (RP) Das zweite RatingenFestival bot am Wochenende jede Menge Abwechslung und Unterhaltung. Neben viel Musik gab es Wein aus Südafrika, Gemälde und verschiedene Straßenkünstler. Nur das Wetter spielte nicht mit.

Leckere Weine und diverse andere Köstlichkeiten, Drehorgelspieler, Gemälde und Stelzenläufer und dazu jede Menge Musik – beim zweiten RatingenFestival gab es am Wochenende eine Menge zu entdecken und auszuprobieren. So verwandelte sich die Innenstadt in eine riesengroße Flaniermeile, auf der den Besucher merkwürdig unförmige französische Köche oder riesige Männer auf Stelzen begegneten, die lebende Puppen nach ihrer Pfeife tanzen ließen. Lediglich das Wetter machte dem Veranstalter, dem Ratinger Stadtmarketing (RMG), einen gehörigen Strich durch die Rechnung.

"Das ist natürlich ein Supergau", ärgerte sich Frank Rehmann, Geschäftsführer der RMG. Vor allem zum Auftakt des RatingenFestivals am Freitagabend hielten Nieselregen und ein kalter Wind die Ratinger davon ab, auf den Marktplatz zu kommen und sich Cosmo Klein und Volkan Baydar anzuhören. Und auch auf dem Platz am Alten Steinhaus blieben die Zuschauer fast das gesamte Wochenende weg.

Ein Herz für Fans

Doch pünktlich zum Höhepunkt des Festivals am Samstagabend, als Johnny Logan die Bühne betrat, riss auch der Himmel auf, und auf dem Marktplatz gab es kaum noch ein Durchkommen. Begeistert verfolgten die Ratinger die einstündige Show des Iren, der dreimal den Eurovision Song Contest gewonnen hat. Und auch in Ratingen scheint der Sänger mit der ausdrucksstarken Stimme eine Menge Fans zu haben, wie sich am Samstag zeigte. Da ließ es sich Logan natürlich auch nicht nehmen, ein Bad in der Menge zu nehmen.

Für die Tänzerinnen der Musikschule am Wall war der Auftritt von Johnny Logan ein ganz besonderer Moment.

Kurz bevor der Sänger auf die Bühne kam, traten die Jugendlichen noch mit einer eigenen Choreographie auf, um dann wenig später gemeinsam mit Logan beim Lied "Shine on" zu tanzen. "Zu so etwas sind nur ganz wenige Künstler wie Johnny Logan bereit", freute sich Rehmann. Die Stimmung auf dem rappelvollen Marktplatz fand Rehmann wohl genau wie die Zuschauer einfach nur "grandios". Am Alten Steinhaus sah es derweil ganz anders aus. Dort sollten Besucher sich eigentlich bei der "Silent Disco" amüsieren. Doch die Disco mit Kopfhörern wurde nicht angenommen, nur ein paar der Besucher zahlten den Pfand von 15 Euro und tanzten zur Musik, die nur sie hören konnten. Die meisten anderen wussten damit nichts anzufangen, fanden erst gar nicht den Stand, wo es die Kopfhörer zu leihen gab oder wollten das Geld nicht hergeben. Es ist schade, dass diese Idee nicht angenommen wurde", so Rehmann. Bei Veranstaltungen in anderen Städten sei die "stille Disco" immer ein großer Erfolg gewesen. Woran es nun genau gelegen hat, konnte er noch nicht sagen. "Aber es gehört schließlich zu solchen Veranstaltungen, dass man den Mut hat, auch mal was Neues auszuprobieren."



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Die ganze Stadt eine Bühne

Quelle: Westdeutsche Zeitung vom 30.08.2010


von Marc Cechura und Joachim Dangelmeyer
Das schlechte Wetter stellte Besucher und Organisatoren auf eine harte Probe. Das „Ratingen Festival“ war dennoch wieder ein voller Erfolg.

Johnny Logan feierte mit seinen begeisterten Fans.

(Fotos: Pierre-Claude Hohn/Joachim Dangelmeyer)

Ratingen. Das viele Daumendrücken, Kerzen anzünden und gute Zureden hat offenbar geholfen: Während aus ganz Deutschland über Sturm und Unwetter berichtet wurde, blieb es in Ratingen am Wochenende verhältnismäßig ruhig und über weite Strecken trocken.

Sogar die Sonne ließ sich öfters blicken – vor allem am Samstag. Für Frank Rehmann vom Ratingen Marketing waren damit die schlimmsten Befürchtungen ausgeräumt: „Sein“ Ratingen Festival ist nicht ins Wasser gefallen.

„Wir sind doch nicht aus Zucker!“
Besucher Achim Vomhof

Und das verdanken er und die Stadt nicht nur dem Zufall, sondern auch den Ratinger Bürgern, die sich von dem vorzeitigen Herbsteinbruch die Stimmung einfach nicht vermiesen lasen wollen. „Wir sind doch nicht aus Zucker! Das bisschen Regen stört doch nicht, solange die Musik gut ist und das Bier schmeckt“, wehrt Achim Vomhof ab.

Er und seine Freunde wollen feiern, dafür sind einige auch von außerhalb angereist. „Wir haben gehört, dass es letztes Jahr richtig toll gewesen sein soll, da wollten wird uns mal selber ein Bild machen“ erklärt Hans-Peter Mertens aus Wülfrath völlig begeistert.

Fast ein Non-Stop-Programm auf den Bühnen in der Innenstadt
Das Programm, das Frank Rehmann und sein Team aufgefahren haben, kann sich aber auch sehen lassen: Stolze zwölf Bands und Solokünstler stehen an den drei Tagen auf drei Bühnen in der Ratinger Innenstadt: Am alten Steinhaus, vor dem Rathaus und natürlich auf dem Marktplatz. Echte Stars sind ebenso dabei wie hoffnungsvolle Nachwuchstalente und beliebte Lokalmatadore. Rock, Pop, Funk und Disco, sogar Klassik sind im Repertoire zu finden.

„Da ist für jeden etwas dabei“, freut sich Manuela Holte. Wie so viele andere ist auch für sie das eigentliche Highlight des Festivals der Auftritt des Iren Johnny Logan. Der dreimalige Grand-Prix-Sieger bricht noch immer die Herzen aller Frauen: „Ich war schon einmal auf einem seiner Konzerte, da war ich noch ein Teenager! Ich bin richtig gespannt“, erzählt die Düsseldorferin begeistert.

Bis zu seinem Auftritt wird es aber auch nicht langweilig. Zahllose „Walk Acts“ – Stelzengänger in fantastischen Kostümen, kulinarische Artisten oder Drehorgelspieler – ziehen pausenlos durch die Innenstadt. Wenn die Instrumente auf den Bühnen schweigen, treten Tanzgruppen und sorgen für Stimmung. „Hier ist ja wirklich überall was los“, ist Waltraut Stankoviak überrascht. Die Monheimerin ist zum allerersten Mal in Ratingen, „aber ich könnte mir vorstellen, auch so einmal wieder zu kommen!“

Wer durch das bunte Treiben schlendert, findet hier und da noch etwas richtig Außergewöhnliches. Zum Beispiel die „Silent Disco“, die am Samstagabend eine willkommene Abwechslung zur lauten Musik auf den Bühnen bietet. Über Funkkopfhörer hört man die Klänge des DJs und kann unter freiem Himmel tanzen, die für alle anderen unhörbar bleiben – ein ulkiger Anblick für die Passanten, aber ein interessantes Erlebnis für die wenigen Mutigen wie Anka Beyer (21). Ihr machen die irritierten Blicke nichts aus.

Zu diesem Zeitpunkt ist auf dem Marktplatz kein Durchkommen mehr, alle wollen Johnny Logan sehen: Endlich erklingt sein Hit „Hold Me Now“, den alle mitsingen können. Und dann brennt der Ire ein musikalisches Feuerwerk ab, das nicht nur seine von weither angereisten Fans in Verzückung setzt. Klassiker von Janis Joplin oder die Beatles-Hymne „Hey Jude“ werden von allen mitgesungen. Und als zum Finale ein kleines Feuerwerk über der Bühne abbrennt, ist es wieder da: das Gänsehautfeeling.

Am Sonntag machte kalter Wind und Nieselregen den Künstlern und Besuchern zu schaffen. Am Abend freute sich Rehmann trotzdem: „Es ist alles wie am Schnürchen gelaufen. Und die Besucherzahlen zeigen: Das Festival hat ein großes Potenzial. Wir werden es weiter ausbauen.“